Der Heimatschutz der Bundeswehr probt den Ernstfall

09/10/2026 às 10:410 visualizações
Ein Teil der zweiwöchigen Übung Vigilant Roland II fand im urbanen Raum Stendal, also außerhalb der Kasernen, statt. Hier überwacht ein Soldat einen Verkehrsknotenpunkt. 
Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Teil der zweiwöchigen Übung Vigilant Roland II fand im urbanen Raum Stendal, also außerhalb der Kasernen, statt. Hier überwacht ein Soldat einen Verkehrsknotenpunkt. Bundeswehr/Marco Dorow
Foto: Bundeswehr / Bundeswehr (Alemanha)

Der Heimatschutz der Bundeswehr probt den Ernstfall

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An drei Standorten haben die Soldatinnen und Soldaten des Heimatschutzes bei der Übung Vigilant Roland II zwei Wochen lang in verschiedenen Szenarien den Schutz Deutschlands im Inneren trainiert. Denn Angriffe auf die kritische Infrastruktur sind keine Seltenheit mehr – wie im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine täglich zu beobachten ist. 

Ein Teil der zweiwöchigen Übung Vigilant Roland II fand im urbanen Raum Stendal, also außerhalb der Kasernen, statt. Hier überwacht ein Soldat einen Verkehrsknotenpunkt. Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Teil der zweiwöchigen Übung Vigilant Roland II fand im urbanen Raum Stendal, also außerhalb der Kasernen, statt. Hier überwacht ein Soldat einen Verkehrsknotenpunkt. Bundeswehr/Marco Dorow

Ein Teil der zweiwöchigen Übung Vigilant Roland II fand im urbanen Raum Stendal, also außerhalb der Kasernen, statt. Hier überwacht ein Soldat einen Verkehrsknotenpunkt.

Bundeswehr/Marco Dorow

Montagmorgen, strahlend blauer Himmel. Der Berufsverkehr rollt über die neue Anschlussstelle der Autobahn A14 im Raum Stendal und der stark befahrenen Bundesstraße B188 – ein ganz normaler Wochenstart. Die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer sind jedoch überrascht, als sie entlang der Bundesstraße mehrere ausgebaute Stellungen mit Sandsäcken sowie Soldatinnen und Soldaten sehen. Sie gehören nicht zur aktiven Truppe, sondern zur Heimatschutzdivision und bestehen zum Großteil aus Reservistendienstleistenden.

Die Übung Vigilant Roland II findet an drei verschiedenen Standorten von Mitte September bis Anfang Oktober statt: In Stendal werden verschiedene Szenarien im urbanen Raum, wie die zivil-militärische Zusammenarbeit bei Verkehrsunfällen, der Umgang mit gewaltbereiten Störern oder das Vorgehen bei Ausspähversuchen mit Drohnen trainiert. In der bayerischen Gemeinde Dornstadt übt das Heimatschutzregiment 1 die Sicherung eines Convoy Support Centers, also eines wichtigen militärischen Rastplatzes für Kraftfahrzeuge der Bundeswehr während einer Verlegung. Außerdem trainieren Heimatschützer auf dem Truppenübungsplatz Klietz mit unbemannten Drohnen und Sensoren.

All das gehört zum Auftrag der Heimatschutzdivision. Sie führt aktuell von Berlin aus sechs Regimenter mit 60 Heimatschutzkompanien an 42 Standorten in ganz Deutschland. Zu ihren Aufgaben zählen der Schutz und die Verteidigung des Staatsgebiets bei militärischen Bedrohungen, wie Angriffen auf die kritische Infrastruktur, aber auch Hilfe in Krisensituationen oder bei Naturkatastrophen.

Aufträge des Heimatschutzes

  • Objektschutz: Heimatschutzkräfte sichern und beschützen kritische Infrastruktur, die für die Verteidigung der Bundesrepublik und für die Drehscheibe DeutschlandDeutschland ist aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in Europa die logistische Drehscheibe für Marschbewegungen der Streitkräfte der NATO-Partner. Die Bundeswehr unterstützt die Verbündeten bei Truppenbewegungen nach und durch Deutschland. wichtig ist. Dazu gehören Häfen, Flughäfen, Brücken, Bahnlinien, Energieanlagen, digitale Netze und andere verteidigungsrelevante Infrastruktur.
  • Drohnenabwehr: Heimatschutzkräfte kümmern sich um die Aufklärung und Abwehr von Drohnen, die im Inland kritische Infrastruktur ausspähen oder bedrohen.
  • Host Nation Support: Heimatschutzkräfte sichern die Bewegungsfreiheit für eigene und verbündete Truppen, die sich in Deutschland auf ihren Einsatz vorbereiten und auf dem Marsch zu ihrem Einsatzort sind. Sie gewährleisten zudem Rückführungen von beschädigtem Material, Verwundeten und Kriegsgefangenen.
  • Ausbildung: Die Ausbildungskompanien der Heimatschutzregimenter führen die militärische Erstausbildung – die Basisausbildung Heimatschutz – von Rekrutinnen und Rekruten durch und bilden den Nachwuchs für die eigenen Verbände aus.
  • Katastrophenhilfe: Heimatschutzkräfte unterstützen zivile Behörden mit Amtshilfe bei der Bewältigung von Naturkatastrophen und Großschadensereignissen wie Großbränden und schweren Flug- und Eisenbahnunfällen. Diese Amtshilfe ist im Grundgesetz klar geregelt: Die zivilen Behörden bleiben verantwortlich und müssen die Hilfe der Bundeswehr ausdrücklich anfordern.

Simulierter Spannungsfall

Alles von oben im Blick: Per Drohne bewachen die Reservistinnen und Reservisten wichtige Infrastruktur und gewährleisten damit die Bewegungsfreiheit entlang wichtiger Marschrouten Bundeswehr/Marco Dorow
Alles von oben im Blick: Per Drohne bewachen die Reservistinnen und Reservisten wichtige Infrastruktur und gewährleisten damit die Bewegungsfreiheit entlang wichtiger Marschrouten Bundeswehr/Marco Dorow

Alles von oben im Blick: Per Drohne bewachen die Reservistinnen und Reservisten wichtige Infrastruktur und gewährleisten damit die Bewegungsfreiheit entlang wichtiger Marschrouten

Bundeswehr/Marco Dorow
Ohne Drohnen geht heutzutage nichts mehr bei der Bundeswehr. Auch beim Heimatschutz werden sie für vielfältige Aufgaben eingesetzt. Während der Übung wurde ihre Bedienung trainiert. Bundeswehr/Marco Dorow
Ohne Drohnen geht heutzutage nichts mehr bei der Bundeswehr. Auch beim Heimatschutz werden sie für vielfältige Aufgaben eingesetzt. Während der Übung wurde ihre Bedienung trainiert. Bundeswehr/Marco Dorow

Ohne Drohnen geht heutzutage nichts mehr bei der Bundeswehr. Auch beim Heimatschutz werden sie für vielfältige Aufgaben eingesetzt. Während der Übung wurde ihre Bedienung trainiert.

Bundeswehr/Marco Dorow

Zurück nach Stendal. Hier übt der Heimatschutz drei Tage lang den Schutz verteidigungsrelevanter Infrastruktur, verhindert Sabotageakte und vereitelt gegnerische Aufklärung. „Wir simulieren eine Übung im Spannungsfall, bei der verkehrswichtige Knotenpunkte abgesichert werden müssen. Dabei überwachen wir diese vom Boden und aus der Luft“, erklärt Zugführer Hauptfeldwebel Nils B.*, während er mit einer Drohne verdächtige Objekte beobachten lässt.

Ausspähversuche sind keine Seltenheit mehr. Und wenn die Truppe abseits von Kasernen im öffentlichen Raum operiert, ist sie ständig der Gefahr gegnerischer Spionage ausgesetzt. Die möchte erfahren: Wie verhalten sich die Soldatinnen und Soldaten, wie ist die Bewaffnung und wie viele Soldatinnen und Soldaten sind eingesetzt? Genau vor dieser Art von Aufklärung müssen sich die Reservistinnen und Reservisten schützen.

Seit einiger Zeit ist die Drohnenausbildung daher Bestandteil der Heimatschutzausbildung Streitkräfte, der ehemaligen Grundausbildung. Dabei wird auch vermittelt, wie man Drohnen bedient. Und auch während der Übung Vigilant Roland II ist fast zu jeder Zeit eine Drohne in der Luft – entweder zur eigenen Aufklärung oder zur Unterstützung bei einer unübersichtlichen Lage.

Zusammenspiel Militär und zivile Rettungskette

Ein weiteres Szenario, das bis ins kleinste Detail vorbereitet wurde, ist die zivil-militärische Zusammenarbeit bei Verkehrsunfällen, zum Beispiel wenn Militärfahrzeuge während einer Verlegung über die Straße in einen Unfall verwickelt werden. In solchen Situationen kann die Bundeswehr aufgrund der Sanitätsausbildung der Soldatinnen und Soldaten und ihrer Ausrüstung schneller und besser helfen als die meisten Zivilistinnen und Zivilisten.

Gemeinsam Leben retten: Bei diesem fiktiven Unfall während der Übung Vigilant Roland II arbeitet die Truppe mit zivilen Kräften Hand in Hand Bundeswehr/Marco Dorow
Gemeinsam Leben retten: Bei diesem fiktiven Unfall während der Übung Vigilant Roland II arbeitet die Truppe mit zivilen Kräften Hand in Hand Bundeswehr/Marco Dorow

Gemeinsam Leben retten: Bei diesem fiktiven Unfall während der Übung Vigilant Roland II arbeitet die Truppe mit zivilen Kräften Hand in Hand

Bundeswehr/Marco Dorow

So wird nach einem fiktiven Unfall mit mehreren verletzten Verkehrsteilnehmenden eine Rettungskette schnell aufgebaut. Die Unfallstelle wird abgesichert und die zivilen Rettungskräfte alarmiert. Bis zu ihrer Ankunft werden alle Patientinnen und Patienten bereits erstversorgt und lebenserhaltende Maßnahmen ergriffen. Als die Rettungskräfte realitätsnah mit Blaulicht und Martinshorn eintreffen, erfolgt eine schnelle Übergabe der Verletzten. Schließlich geht es bei der Rettung von Menschenleben um Sekunden.

Die Reserve steht bereit

Jedes Übungsszenario an den drei Standorten wird im Anschluss mit allen Beteiligten professionell ausgewertet. Verbesserungsvorschläge können daher in den darauffolgenden Trainingsabschnitten sofort umgesetzt werden. Am Ende der Übung Vigilant Roland II hat der Heimatschutz bewiesen, dass er ein unverzichtbarer Pfeiler in der nationalen Sicherheitsarchitektur ist. Ob bei Sabotageakten, Ausspähversuchen oder einem Verkehrsunfall – die Reservistinnen und Reservisten haben gezeigt, dass sie in der Lage sind, ihr Heimatland effektiv zu schützen und zu verteidigen. Zudem können sie zivile Behörden in einer Krise spürbar entlasten – die Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Rettungsdienst und Polizei funktioniert auf hohem Niveau.

von PIZ Heer

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Bundeswehr (Alemanha)
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