Wünschst du dir manchmal etwas aus der Bundeswehr in deinen zivilen Alltag zurück?

Ja, so etwas wie „Führen durch taktische Zeichen“. Wenn du auf einem Konzert bist und jemandem einfach signalisieren willst: „hier, Verbindungsaufnahme“ – das wäre echt praktisch. Ohne zu sprechen kommunizieren zu können, das fehlt mir manchmal. Je weniger man sich im Alltag mit Soldatinnen und Soldaten umgibt, desto mehr vergisst man diese Dinge. Aber sobald ich mich wieder mit Kameraden und Kameradinnen unterhalte, kommt alles zurück.
Gab es beim Übergang ins Zivilleben etwas, das dich unerwartet gefordert hat?

Allein zu sagen: Ich brauche jetzt auf einmal eine Krankenkasse – woher bekomme ich das Kärtchen, worum muss ich mich kümmern? Dieser ganze Papierkram. Klar wird man vom Berufsförderungsdienst ein bisschen durchgeführt, aber es ist trotzdem wild.
Was würdest du jungen Menschen mitgeben, die überlegen, zur Bundeswehr zu gehen?

Es schadet nicht, eine Struktur zu haben oder etwas für die Gesellschaft zu tun. Ganz viele junge Menschen sind meiner Meinung nach orientierungslos. Man muss das ja nicht für immer machen, aber einfach mal zu sagen: Hey, ich lasse mich darauf ein. Gerade wenn man jung ist und aus der Schule kommt, prägt das – und das schadet nicht.
